Meditative Pilgerwanderung am 28.Oktober

Vom Wendelinusdom, zur Wendelinuskapelle , dann zur Wendelinushöhle

Los ging es am Samstag morgen um 11.15 Uhr mit dem Pilgersegen im Dom, den Diakon Andreas Cuzlak uns spendete. Aus allen Pfarrgemeinden kamen die Pilger und Pilgerinnen, aber auch aus den umliegenden Orten und von weit her, sogar aus Maulbronn und Pforzheim.

So starteten wir mit einer wirklich großen Gruppe mit in Richtung Wendlinuskapelle, wo wir in der unsere erste Station machten. Impulse rund um das Thema „ Wendelinus- der Hirte, Leben in der Natur und in der Stille - damit setzten wir uns an vier Stationen auseinander. Unser Weg führte uns über Urweiler, wo wir an der Urweiler Kirche eine kurze Station machten. Hier gab es eine kleine Geschichte, die „Erbsenzähler-Geschichte, wir teilten Erbsen dazu aus und so konnte jede/r  diesen Impuls für sich selbst umsetzen.

Weiter ging es nun über Feldwege zur Dörrwiesmühle, durch die Semmlersch Heck, hier gingen wir allerdings schweigend, dazu hatten wir „Impuls Sätze“ an Bäume gehängt - dies regte zum Nachdenken an.

So kamen wir am Sportplatz in Baltersweiler an, wo wir eine späte Mittagspause einlegten. Nachdem wir nun gestärkt waren, ging es quer durch Baltersweiler in Richtung „Grauer Dorn“  einen steilen Berg hinauf zur Wendelinushöhle. Nur drei von den ca. vierzig Pilger/innen kannten diese Höhle;  die Höhle war komplett mit Kerzen dekoriert, das war wirklich ein Highlight.

Nach der Legende soll durch diese Höhle der Hlg. Wendelin auf wunderbare Weise mit der von ihm gehüteten Schafherde in kürzester Zeit zum Hofe seines Herrn im mehrere Kilometer entfernten Tholey gelangt sein.

Unten mitten im Wald  hatten Roland Geiger und Mechthild Spengler, Kaffee, Tee und fast noch warmen Apfelkuchen aufgebaut, so dass wir nach einer kurzen, aber wohltuenden Pause in Richtung Wolkenstein weitergehen konnten. Am Wolkenstein fand unser letzter Impuls „Natur“ statt, wir versuchten einen Kreis zu bilden, was mit so vielen Pilgerndoch mehr ein Dreieck wurde:-)
Unser Kreuz, das wir mittlerweile aus Zweigen gebunden hatten, wurde mit  Blumen und Blättern verziert, die wir unterwegs am Wegesrand fanden.

  Danach ging es zur Bahntrasse in Richtung St. Wendel, über den Bahnübergang, ging es dann wieder - den Wendelsdom immer vor Augen - in Richtung St. Innenstadt, wo wir im Pfarrgarten beim Hl. Wendlelin unseren  Abschluss machten und unser Pilgerkreuz ablegten. Mit dem Lied - Möge die Strassen uns zusammenführen- gingen wir auseinander, in der Hoffnung, das wir uns bei der nächsten Pilgerwanderung vielleicht nochmal sehen werden.

Eine Pilgerin sagte, wenn man in einer Gruppe geht, merkt man gar keine Müdigkeit, und die Pausen mit Liedern und den Impulsen, lassen die Füße fast von alleine laufen.

Alles in allem war das ein gelungener Tag, der noch lange nachwirkte.

Anne Geiger und Anne Kessler

Moselcamino Teil 1

Unsere Pilgergruppe vor dem Dom

Auf dem Moselcamino -Teil 1

Der Moselcamino von Koblenz nach Trier ist 180 km lang. Das Problem ist nicht die Strecke, sondern die Höhenmeter.

In diesem Jahr planten Margret Thome und ich eine meditative Pilgerwanderung entlang des Moselcaminos von Treis-Karden nach Zell. 40 km in 3 Tagen..

Beim Vortreffen stellten wir die Strecke vor, damit sich die 15 Teilnehmerinnen vorbereiten konnten - mental und konditionell. Am 14. Juli erhielten wir von Pastor Leist den Pilgersegen und und fuhren mit der Bahn nach Treis-Karden, wo unsere vollgepackte Gruppe große Aufmerksamkeit erregte. Eine Bäckersfrau schenkte uns einen großen Kräuterkringel.

Die 1. Etappe (9,5 km) führte ins Kloster Engelport. Schon bald kam die erste Steigung. 2,5 km den Berg hinauf - steigender Puls, hörbares Schweigen - der Atem wird fürs Keuchen benötigt. Spätnachmittags trafen wir im Kloster Engelport ein. Das Abendessen nahmen wir im Speisesaal an einem schön gedeckten Tisch ein, und mit dem Abendlob schlossen wir im Klosterkeller den Tag ab.

Daß ein „Kanonikus“ nichts mit Feuerwaffen zu tun hat, erfuhren wir am nächsten Morgen vom Kanonikus de Poncherra, der uns mit dem Pilgersegen verabschiedete - der Priester ist für die Gästebetreuung zuständig. In den Pausen, aber auch entlang des Wegs widmeten wir uns unserem spirituellen Thema: „Das Leben hat täglich Geburtstag“. Der 1. Teil der 20 km des 2. Tages führte uns durch Wald und Feld nach Beilstein. Dort füllten wir unsere Trinkbeutel auf, weil es für die restlichen 11 km nach Bullay es keine Einkehrmöglichkeit mehr gab. Nach einem Stück Landstraße ging es steil bergauf nach Grenderich, was manchen Schweißtropfen kostete. Aber wo es raufgeht, geht’s auch wieder runter, und am späten Nachmittag „winkte“ unser Etappenziel“ in Bullay, und da liefen die Füße wie von selbst. Das Abendessen nahmen wir in einer Straußenwirtschaft ein, und das Abendlob beteten wir direkt an der Mosel im Kerzenschein.

Der 3. Tag begann mit Nieselregen, der sofort aufhörte, als wir uns wetterfest gemacht hatten. Trockenen Fußes zogen wir entlang der Mosel nach Zell, wo wir im Weingut des Eheppars Bremm in Zell einen Imbiß ein- und an einer Weinprobe teilnahmen. In der Kirche oben auf dem Marienberg feierten wir den Abschluß unserer Wanderung.

Drei Tage voller Erlebnisse, gelebte Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, mit jedem Schritt den Alltag hinter sich lassen. Der Teil 2 folgt nächstes Jahr.

Am 5. September werden Margret und ich bei der Kolpingfamilie über unsere geführten Pilgerwanderungen in Deutschland mit einem Bildervortrag berichten. –

Warum in die Ferne schweifen – Pilgern kann  man überall.

Fastenwanderung – Sechs-Pfarreien-Wallfahrt

Los ging es am 25. März um 10 Uhr mit dem Pilgersegen im Dom, den Pastor Klaus Leist uns spendete. Aus allen Pfarrgemeinden kamen die Pilger und Pilgerinnen, aber auch uns den umliegenden Orten. So starteten wir mit einer großen Gruppe bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Urweiler, wo wir in der Kirche unsere erste Station machten. Impulse rund um das Thema „ Fasten“: Fasten mit den Augen, mit den Füssen, mit dem Mund - damit setzten wir an vier Stationen auseinander. Unser Weg führte uns am Judenfriedhof vorbei hinauf zum Bildhauersymposion vor Baltersweiler, wo wir eine Vesper einlegten. Dort hatten Roland Geiger und Mechthild Spengler Getränke und Kranzkuchen aufgebaut, so dass wir nach einer kurzen Pause in Richtung Göckelmühle weitergehen konnten. Von dort folgten wir dem Weg parallel zur alten Bahntrasse in Richtung Bliesen und bogen dann nach links zum Wallesweilerhof ab. An der Annenkapellet läuteten wir beim Einzug zaghaft die Glocken. Es wurde recht eng in der Kapelle, aber irgendwie fanden wir alle Platz. 

Durch den Wendalinuspark ging es dann wieder - den Wendelsdom immer vor Augen - in Richtung St. Innenstadt, wo wir im Pfarrgarten unseren Abschluss machten. Eine Pilgerin sagte, wenn man in einer Gruppe geht, merkt man gar keine Müdigkeit, und die Pausen mit Liedern und den Impulsen, lassen die Füße fast von alleine laufen.

Alles in allem war das ein gelungener Tag, der noch lange nachwirkte.

Anne Geiger